Unser Haus - ein stiller Zeuge der Zeit


Unser Haus ist kein Bauwerk im herkömmlichen Sinn. Es ist ein Gedächtnis aus Stein und Holz, das die Zeit nicht überdauert hat, sondern in sich trägt.

 

Der älteste Teil reicht über tausend Jahre zurück. Dieser gemauerte Kern war einst ein Wachturm vis à vis des Umbrailpasses – ein Ort des Beobachtens, des Wachens, des stillen Verbindens von Wegen und Tälern. Bis heute liegt etwas von dieser ursprünglichen Kraft in seinen alten und dicken Mauern.

 

Der jüngere Teil entstand viel später, als Stall mit Holztenne darüber. Ein einfaches, funktionales Gebäude, verwurzelt im bäuerlichen Leben der Bergwelt. Im Laufe der Zeit wurde er verwandelt, erweitert und zu Wohnraum gemacht – heute jener Teil, der Gästen offensteht.

 

Zwischen diesen beiden Körpern liegt eine lange Zeit des Schweigens. Das Haus stand über Jahre leer, fast vergessen, und doch nie ganz aus der Landschaft verschwunden.

 

1970 haben die Eltern von Sabine Gürber es gekauft und begonnen, es Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken. Mit Geduld, mit Respekt vor dem Alten und dem Mut, weiterzubauen, ohne zu zerstören.

 

2008 haben Sabine und Thomas das Haus übernommen und seine Geschichte weitergeführt.

2016 durfte der alte Teil behutsam restauriert werden – nicht verändert, sondern bewahrt. Und 2026 wurde der neuere Teil renoviert, damit er heute wieder trägt, schützt und empfängt.

 

So steht es heute da: ein Haus, das nicht fertig ist, sondern weitergeht. Ein Ort, an dem Vergangenheit nicht hinter einem liegt, sondern mit einem lebt.